Luisa Tetrazzini

Luisa Tetrazzini studierte zunächst bei ihrer Schwester Eva, die selbst eine berühmte Sopranistin war. Luisa debütierte 1890 als Inez in L’Africaine in Florenz. Acht Jahre lang sang sie in den kleineren Häusern Italiens und ging dann nach Südamerika. 1904 reiste sie nach San Francisco. Ihr erster großer internationaler Erfolg war 1907 in Covent Garden als Violetta in La Traviata. Sie sang ab 1908 drei Spielzeiten am Manhattan Opera House und in der Saison 1911 – 1912 am Metropolitan Opera House, aber sie hatte ihre größten Erfolge an der Covent Garden und der Chicago Opera. Ihr Debüt in Covent Garden als Lucia di Lammermoor war der Hit dieser Saison. Sie bereiste mit großem Erfolg alle wichtigen Opernhäuser der Welt. Sie war in der ersten britischen Radiosendung eines Konzerts im Jahr 1925. Ihre letzten amerikanischen Auftritte waren 1931. Sie kehrte dann nach Italien zurück, gab ihre letzten Bühnenauftritte 1934 und begann dann in Rom und Mailand zu unterrichten und zu coachen. Sie hatte während ihrer Auftritte ein großes Vermögen angehäuft und im Ruhestand viele Geschenke an Freunde gegeben. Als sie starb, war sie nicht mittellos, wie in den meisten Biografien berichtet, hatte aber immer noch viele ihrer Juwelen.

Tetrazzini war ein Liebling von Ettore Bastianini und von Enrico Caruso, da sie das Gefühl hatten, dass sie ihr Bestes gab. Sie sang alle führenden Koloraturen und viele der großen lyrischen Rollen in der Oper. Sie war am bekanntesten für ihre Lucia di Lammermoor, Rosina in Barbiere di Siviglia, Gilda in Rigoletto und Violetta in La Traviata. Die Stimme war ein klarer hoher Sopran mit großer Flexibilität. Ihre Fähigkeit, komplexe Stakkatopassagen zu spielen, war selbst in dieser Zeit großer Sänger erstaunlich. Ihre Stimme hatte eine Wärme, die nicht oft mit hohen Sopranen in Verbindung gebracht wurde, was sie auf vielen ihrer Aufnahmen von Liedern demonstrierte. Tetrazzini machte ihre ersten Aufnahmen im Jahr 1904, aber ihre größten Leistungen sind unter ihren EMI-Discs in London aufgenommen gefunden. Ihre Technik zeigt sich in den Aufnahmen von Arien von Lucia di Lammermoor, Dinorah und Barbiere di Siviglia. Hervorragende Beispiele ihrer lyrischen Wärme finden sich in Arien von Les Pêcheurs de perles, Peer Gynt, La Traviata und Don Giovanni. Durch ihre Aufnahmen wird die Kunst von Luisa Tetrazzini nie vergessen werden.